Veröffentlicht am

Moin Leute, 

vergangenes Wochenende schloss ich mich im Beatkeller im zweiten Obergeschoss ein und werkelte weiter. Wie ihr letzte Woche Montag in BLOWMsBLOG lesen konntet, hab ich mich gefragt, was ich mit den neuen Beats mache, die mir zur Zeit ausm Ärmel fallen. Ichhab die Lösung: Ich halte sie geheim und mach neue, die ich für euch raushau. Wie ist das? Hier das neuste Stück aus meiner Produktionsschmiede. Es wird wieder drumlastiger und etwas weniger verquer, obwohl Anett Plasia (benannt nach dem Konzert, das ich für sie sausen ließ) auch mit einer Taktbesonderheit aufwartet. Na, wer findet sie?

Beats

Und hier die Handvoll Samples als Download zum nachbasteln des Beats. Ich bin selber immer wieder überrascht, mit welchen geringen Möglichkeiten man einen guten Groove schafft. Höre mir die Samples und anschließend den Beat an und kann es immer noch nicht verstehen, wie so etwas funktioniert.

dünnschiss

Damit ihr auch weiterhin keine Brayaz-Dünnschisssucht habt, hier ein kleines Paket für euch.

scared

was macht der typ da rechts?

kfc monstertrick

livin the life

oh, irony

da bomb

Kurzgeschichten/Episoden

Rangesetzt habe ich mich, um mal eine Liste meiner bisher in diesem Blog erschienenen Kurzgeschichten und Episoden zusammenzufassen. Postet doch, welche ihr am besten fandet. Die Gedichte, Rhymes und dadaistischen Spielereien oder das Kurzwerk in Zeilen „Die Amnetischen Tage“ sind nicht enthalten, sondern bloß die Texte seit 2013. Alle als Links, zum nachlesen für euch, in antichronologischer Reihenfolgöö.

BB modified 180420122327

23. September 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/09/23/started-out-az-a-child-2/

24. Juni 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/06/24/i-like-big-lies-and-i-cannot-butt/

17. Juni 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/06/17/babytalk/

10. Juni 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/06/10/realitatsbegradigung/

3. Juni 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/06/03/zerrissenheit-1/

27. Mai 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/05/27/coprophobie-im-plastikbeutel/

20. Mai 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/05/20/das-seltsame-mundgefuhl-der-ina-aus-kleenstadten/

13. Mai 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/05/13/die-zukunft-ist-ein-ort-auf-dieser-welt/

6. Mai 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/05/06/fuf-musikimprovisationsmutprobenspiel/

29. April 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/04/29/zapping/

22. April 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/04/22/todliche-metaphern-oder-ende-der-fahnenstange-quacksalber-fortsetzung-22/

15. April 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/04/15/todliche-metaphern-oder-ende-der-fahnenstange-quacksalber/

8. April 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/04/08/ein-leben-aus-3-buchstaben/

1. April 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/04/01/eierrollen/

25. März 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/03/25/auf-kaffeebohnensacken-schlaft-es-sich-gut-living-room-like-candy/

18. März 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/03/18/lichte-freyburg-matheaufgabe-revisited-noch-eine-moccabohne/

4. März 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/03/04/hipster-hipsterfaktor-hipsterologie-b-girl/

18. Februar 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/02/18/wackness-manifest/

11. Februar 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/02/11/manche-sind-beratungsresistent/

4. Februar 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/02/04/schimmel-und-doppelreime/

7. Januar 2013 https://blowm.wordpress.com/2013/01/07/sabbatjahr-fischbrotchenologie/

Asperger Syndrom

Damit ihr euch nicht langweilt und etwas zu lesen habt:

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf diesen seltsamen “Kongress” gelangt war. Spinnenwebfrisuren und dicke, verschmierte Brillen auf Frauenköpfen krönten die Sockel von Häkelpullis – mit Mustern versehen, mit denen keine noch so hässliche Tapete jemals bestückt worden war – teilten sich den Raum mit verquollenen Aknegesichtern einer Spezies Mann, die sich zwischen bettnässenden Rollenspielsüchtigen und den Ausläufern einer männerhassenden Erziehung der Spätsiebzieger befand, deren verhasste Väter in Straßenbordellen der Region ablassen durften, wofür sie bezahlten und was die Haushaltskassen schmälerte, was wiederum der dominant die Mutterrolle einnehmenden Frauenperson erst im Nachhinein klar wurde, als der bundesrepublikanische Handelsvertreter seinem Krebsleiden siechend erlag, deren bösartige Zellmutation vermutlich durch das beschissene Leben eingebrockt wurde, dass er zu führen pflegte. Ungeliebt von seiner Gattin, von dem Sohn abgeschirmt und später ignoriert, blieb ihm wenig, außer der bezahlten Freude für standardisierte Liebesdienste ohne emotionale Nähe, die er als Nachkriegskind niemals erfahren hatte; einzig und allein auf die körperliche Triebabfuhr reduziert, konnte er den Sohn nie auch nur in die Versuchung bringen, einen Biss zu erlernen, den väterliche Fürsorge im Idealfall durch bloßes Dasein bestärkt, sodass diese Spezies Mann freimütig in die Randbezirke der Gesellschaft geschubst wurde, die kein vernünftiger, abseits von Zwangsonanie und Fernsehverbot verbringender Mensch je einnehmen würde.

Inmitten dieser Exemplare des abseitigen Lebens eines Landes, das sich Auswüchse an weißlicher Haut und angespartem Speck, aufgrund schlechten Fleisches, zuhauf in den Ritzen des Sozialstaats leisten konnte, saß ich mit meiner Tastatur in den Händen im sogenannten Publikum und versuchte dem Gegenstand meines Interesses auf die Schliche zu kommen. Er hatte einen Namen: Henning, und war vor beinahe einem Jahrzehnt von uns gegangen. Selbstmord. Seine Umwelt hatte sein Selbst umgebracht. Ermordet und es ihm selbst in die Schuhe geschoben.

So war das zu der Zeit, bevor man über Schizophrenie-Selbsthilfegruppen in der Tageszeitung stolperte, Sachbuchautoren mit Verrücktheiten und Geisteskrankheiten Bestsellerlistenplätze besetzten; bevor Literaturinstitute Schreibwettbewerbe anboten, denen Hundertwasserausstellungen mit dem Titel “Lebenslinien” als Inspiration für Texte und Reflexionen dienten; bevor Wettbewerbe für Essayistik, mit Themen wie “Innen sein – Außen leben” dazu anregen sollten, mithilfe von Literatur die Welt und Menschen zu verstehen helfen lernen, weil Erfahrungen und Sichtweisen krisenerfahrener Menschen nicht mehr nur eine Minderheit betreffen, sondern immer mehr Menschen etwas sagten; soweit der Pressetext dieser Ausschreibungen. 

So war das damals noch nicht. Damals als Hennings Umwelt an seinem Selbst verzweifelt war. Herausgemobbt aus dem Leben, das hatte man ihn und mir lag am Herzen, das zu zeigen. Daher war ich auf diesem seltsamen “Kongress”, der sich jedenfalls “Kongress” nannte und eigentlich nur die größte Selbsthilfegruppe von Menschen war, die in jeder ihrer hohlen Aussagen deutlich machten, wie sehr sie eigentlich auf Hilfe von außen angewiesen waren, diese jedoch damit abblockten, dass sie ja krisenerfahren seien und alles überblickten, obwohl sie gar nichts checkten von dem was sie umgab und sich die krudesten Herleitungen zur Rechtfertigung ihres Lebensmodells bereit hielten, um andere davon zu überzeugen, dass sie nicht verrückt seien, sondern über besondere Fähigkeiten verfügten. Ob Selbstreflexion oder die Gabe der Medialität, so nannten sie ihre fantastischen Ahnungen von den Dingen, die sie scheinbar umgaben. Der Hansel, der von einer “Autismus Website mit Sitz in der nordbadischen Pfalz” zitierte, war die Ausgeburt sämtlicher Erziehungsfehler, mit dem unfehlbaren Gespür für die Besonderheit seines Selbst in dieser missverstehenden Welt. Er begann von einem bedruckten Blatt zu zitieren und schloss sich dann mit seiner Sicht der Lokalisierung in diesem Rahmen der Dinge an:

Durch das große Wissen auf dem Gebiet ihrer Spezialinteressen und die Hartnäckigkeit, mit der sie diese Interessen verfolgen, können Kinder mit Asperger-Syndrom hier hervorragende Leistungen erbringen. Überhaupt sind ihre hervorstechenden Eigenschaften: Genauigkeit, Perfektion, stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, absolute Wahrheitsliebe, logisches Denken. Wenn diese Eigenschaften gefördert und in die richtigen Bahnen gelenkt werden, können aus Kindern mit Asperger-Syndrom sehr gewissenhaft und genau arbeitende Angestellte, aber auch hervorragende Wissenschaftler, Erfinder oder Künstler werden.” [http://www.autismus-nordbaden-pfalz.de/asperger.htm]

Er räusperte sich bedächtig, nach diesem vermeintlich bedeutungsschwangeren, für ihn so wichtigen Zitat und fuhr fort:

“Diese hervorstechenden Eigenschaften kann ich teilen. Jedoch erlaubt mir das Erkennen dieser „Krankheit“, [er wedelte beknackt mit den Fingern, in Andeutung von Anführungszeichen] die meine Persönlichkeit nur partiell trifft, über sie [mir drehte sich der Magen bei dieser grammatischen Vergewaltigung um und ich konnte meinem Drang, von der Grammatik auf seine Intelligenz zu schließen, nicht widerstehen, schloss darauf, es mit einem unreflektierten Individuum zu tun zu haben] zu stehen und Kraft aus diesem Wissen zu schöpfen, das mich darin bestärkt darüber zu stehen. [Die Doppelung des “darüber stehens” gab meiner Aufmerksamkeit den Rest und ich schaltete beinahe ab. Der Rest ist meinem Diktiergerät geschuldet.]

Aber ich möchte mich jetzt nicht als Asperger bezeichnen. Es ist nur so, dass wenn man sich im Rahmen der Psychologie oder ähnlichem mit menschlichen Störungen befasst, sie im selben Moment bei sich selber sucht und versucht zu differenzieren, was auf sich selber und was auf andere zutrifft. [… dann, was? Nicht abgeschlossene Sätze interpretierte ich leider immer, als Inkonsequenzen des Denkens und somit der Lebensführung. Dieses arme Würstchen sollte bei mir keinen Fuß auf den Boden bekommen. Ich hasste ihn und gleichzeitig tat er mir Leid, dass ihm niemand sagte, wie dämlich er war und zu was für einem Horst er sich bei diesem “Kongress” genannten Haufen Scheiße machte. Aber er war noch nicht am Ende mit seinem Vortrag.]

Ist es nicht so, dass nicht der Asperger lange für etwas braucht, sondern, dass die Perfektion ihn lange für etwas brauchen lässt?! [Es ist immer witzig mitzuverfolgen, wie dämliche Menschen versuchen, sich mit Wortbedeutungen als Philosophen zu verkleiden….]

Wir brauchen neue Meta-Kategorien mit den dazugehörigen Eigenschaftsverknüpfungen, um solche Sachverhalte adäquat und auf einer Ebene erklären und bezeichnen zu können.” [Auswendig gelernt! Dieses Exemplar falsch verknüpfter Synapsen überraschte mich doch nicht etwa? So eine Sauerei, du kleine miese Mistkröte, wo hast du so etwas denn abgeguckt? Das war doch reine Wortschwurbelei. Ich schlich mich aus dem Raum und war froh, als ich die Feuchte der Straße einatmete und mich zu den Obdachlosen vor dem Sportverein setzen konnte.]

In diesem Sinne,

dein Bliggedi

301220112065 BLOWM bubble by anna t-iron

Ps:
Nur noch bis Donnerstag für lau: http://blowm.bandcamp.com/album/non-azis-show-me-compliance

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s