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Zerrissenheit 1

Ich will was essen, ich habe Hunger, aber das ist es nicht. Ich will Sex, brauche es, aber weiß das ist es nicht. Ich laufe in meinem Zimmer umher, nehme etwas in die Hand, will aufräumen, Ordnung schaffen, lege es wieder weg, gehe in die Küche und weiß nicht, was ich dort wollte, gehe zurück, fasse mir in die Hose, höre auf meinen Magen, habe heute ausnahmsweise schon warm gegessen. Erinnere mich daran, denke nach, warum ich dieses Mädchen heute nur angeglotzt habe. Wie blöde angeglotzt, aber nur aus der Ferne, als sie näher kam ignorierte ich sie offensichtlich. Ich bekomme diese leichten Kopfschmerzen, möchte mein Inneres auskotzen, jemand oder etwas hat in mir keinen Platz, als wäre mein Körper zu klein und zu eng. Unzufrieden ist untertrieben, ich bin völlig zerrissen, weiß nicht was es ist, bin blind und taub, meine Aufmerksamkeit rast und flüchtet von einer Ecke des Zimmers in die andere, bleibt an winzigen Kleinigkeiten haften, löst neue Gedanken aus, denkt sie nicht zu Ende, will fernsehen, raus aus dem Zimmer, die Wände beengen mich, und am liebsten möchte ich kopfüber eintauchen und dabei alles von mir abstreifen. Meine Haut, meine Haare, meine Knochen, von meinen Klamotten ganz zu schweigen, hin und her springen, vom Tausendsten wieder ins Hundertste kommend, mein Ich aus großer Höhe auf meterdickem Beton zersprungen wissen. Nach allen Seiten hin zerspringend, auseinander fliehend, voneinander weg wollend. Mit aller Wucht und jeder mir aufzubringenden Macht. Als wären meine Blicke Eisenstangen, die an Sofa, Regalen und dem Fußboden hängen bleiben, dagegen schlagen; Stangen die so fest und weit durch die Augenhöhlen in meinen Kopf ragen, dass er erschüttert und wie auf ihnen ausgespießt, den eigenen Blicken folgend, zur Seite ausbricht und steil in Richtung Decke gedrückt wird. In meiner Lunge kaum noch Luft, weil ich ausatme, immer nur die Luft heraus haben will, als könnte ich dem Testament seinen Odem zurück geben, aber es klappt nicht, auch nicht nachdem ich wiederholt die gesamte Luft, die ich zum Atmen kriegen kann, schwer und unter Anstrengung in die bebenden Flügel meiner Lunge ziehe, quasi als Anlauf, um sie dann bis zum Anschlag heraus zu schubsen und zu stoßen.
Warum, warum und woher. Ich will nicht mehr… ich will Ruhe finden, ich komm mir vor, als würd ich platzen. So rasend, dabei brennen meine Augen, kein Gefühl für Zeit, ich habe genug geschlafen, bin nicht müde, muss noch nicht ins Bett, nur raus hier, nicht aus diesem Raum! Oder doch? Aber wohin? Ich nehme dann doch alles mit, was ich brauchen könnte, kann nicht mit leeren Händen gehen. Es liegt nicht an dem Ort, sondern an mir. Das weiß ich, so tief wie es aus meinem Inneren schreit und mich wahnsinnig macht, keine klaren Gedanken fassen lässt, wie es niemand anderem wirklich auch nur annähernd zu beschreiben ist, weil einfach die Worte fehlen, und die Basis darüber zu sprechen, ohne nicht auf Angst und Ablehnung durch Unverständnis zu treffen. Weiß ich nicht was ich tun soll, um mir Abhilfe zu verschaffen, ich drehe durch, versuche mich in mir selbst zu drehen, als winde sich ein Tier, ein zweites Ich in mir selbst. Und ich kann es nicht beenden, wie ein Zauber, den ich nicht mehr aufzuheben weiß; den ich aussprach, als ich nicht ganz bei mir war, als ich nicht ich, sondern ein anderer war. Jemand, der sich nun Gehör verschaffen will und mir keine Ruhe lässt, bis ich ihn sprechen lasse, weil er weiß, dass ich es tun kann, mittlerweile soweit bin, aus mir herauszupreschen, mein Inneres nach Außen zu pressen, ohne zu überlegen; allein mit der Kraft der Worte, bis er zu taumeln beginnt und einsieht, daß es genug des Ganzen ist, weil er den Takt mit der Außenwelt nicht mehr halten kann und sich seine Kraft für morgen spart, wenn er seine gemachten Versprechen einlösen kommt; auf die er besteht, da er mir sonst keine Ruhe gönnt.

In diesem Sinne,
BLOWM blowm sprechblase

2 Antworten zu “Zerrissenheit 1

  1. Ich bin morgen und übermorgen im Studio. Komm mit, dann verwursten wirn paar Tracks!
    Jiggelas Cage

    • #

      Heute abend bin ich dabei. Schmeiß bitte „Abhängen“ in die Dropbox, ich such den nächsten Rap raus. – Silvester Stablowm

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