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Goethe Theater (Do 1. November 2012)

Moin Moin,
heute gibt es Fotos UND Text. Anfangs etwas mehr Text und später dann mehr Fotos. Yo! Genug wacker Einleitungsworte. Der letzte Donnerstag war unbeschreiblich: Auftritt im Goethe Theater Bremen. Im folgenden die Beschreibungen zu dem Tag BIS zum Auftritt oder sagen wir, kurz davor.

Do 1. November 2012
Donnerstag 10 Uhr ich steh auf, mach mir Kaffee und guck Kurtis Blows Video if i ruled the world. Hatte gestern Nas‘ Version in der Playlist und wollte die ältere gegenhören. Leider gibt es Krush Groove nicht als full Movie bei Youtube, dafür Breakin. Yeah. Nach 3 Minuten 33 stürzt mein Internet ab und der Router kann mich nicht mehr verbinden. Ich gebe exakt 0 Fucks und beschäftige mich anderweitig. Hätte den Film sowieso nicht ganz gucken können.

Mein grober Plan besteht darin, einen der nächsten Züge nach Bremen zu nehmen. Ich peile 13:15 an, wäre dann aber schon sehr früh im Goethe Theater. Um 14:15 käme ich um 15:36 an und wäre dann auf jeden Fall um 16 Uhr im Theater. Als ich aus dem Bad komme, fällt mir auf, dass ich überhaupt keine Zeit mehr habe! Mist, dann muss ich ja schon gleich los und die schwierigste Aufgabe steht noch bevor: T-Shirt aussuchen!


Die Entscheidung fällt auf das MCs, Synthie, Bässe…

Während ich keine Zeit habe und durch die 8 Wände meiner oktaederförmigen Wohnung wirbel, fallen mir natürlich unpassenderweise Schüttelreime ein. Sie Timo zu schicken, vermeide ich: So langsam wie Schnecken laufen, dürften sie sogar beim Sex mit Lecken schnaufen. Naja, immerhin geht es meinem Bein wieder besser. Im Vergleich zu gestern liegen dazwischen Welten. Sah mich heute abend schon über die Bühne wie ein Opa laufen.

Mein Mitbewohner guckt in den Flur: „Sorry, dass ich das Bad solange blockiert habe. Aber ich steh heute noch vor 700 Menschen.“ Große Augen. „Ja, bei som festlichen Studienauftakt…“ Mir ist die Schwammigkeit meiner Formulierung bewusst, zuviele Informationen sind nicht immer gewollt. Meine Frisur ist jetzt auf jeden Fall wieder auf dem neuesten Stand. MegaGEL!


zeitlich später, aber damit ihr euch ein Bild machen könnt

In meiner Haltestelle hält nur ein Kurzzug und einige Passagiere und ich müssen erst zum blöden U-Bahnwaggon hinlaufen, bevor wir einsteigen können. Ich humpel. Beim Verfluchen des Kurzzuges reime ich Kurzzug und… Kulturgut. Passt. In der U-Bahn bin ich das erste Mal etwas aufgeregt, wenn ich daran denke, was mir heute noch bevorsteht. 750 verkaufte Karten. Yehy.

Noch 5 Minuten, bis der Metronom von Hamburg nach Bremen abfährt, als ich aus der U-Bahn steige. 14:15 fährt er und ich muss humpeln. Ich schaffe es ans Gleis und steige ein. Laufe durch den Waggon, fest entschlossen, ein Ticket nachzulösen und während ich so laufe und die Schaffnerin draußen am Zug sehe, frage ich mich, ob ich genügend Bargeld dabei habe: Nein. Unsicherheit überfällt mich, ob man im Zug mit EC Karte nachlösen kann. Ich meine nein. Steige so wieder aus. Die Schaffnerin guckt seltsam, pfeifft zur Abfahrt. Der Zug bleibt stehen, ohne dass man rein oder raus könnte. Dann fährt er ab und ich beginne (um 14:17) Tabea zu schreiben, dass ich später komme, weil ich den Metronom Regional nehmen muss.

„Tabea, ich bin erst um 16:30 bei euch im Theater. Also ne halbe Stunde später als geplant“

„Fuck. Dann hast du keinen Soundcheck hast ja gesehen wie mega auf-die-minute-durchgeplant der Soundcheck-plan ist…“

„Dann tausch ich halt mit Biggie. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass der Zeitplan eingehalten wird.“

Spreche zwei dutzend Leute und Grüppchen an, ob sie nach Bremen fahren. Niemand will nach Bremen… Entschließe mich ein IC Ticket zu kaufen. Schreibe Tabea:

„Verbindungsänderung. Ich schaff das vermutlich doch bis 16 Uhr. IC sei Dank :)“

Bei Nordsee guck ich zweimal hin, überprüf den Umhängebeutel: Under Pressure drauf. „Ey Rockski.“ Etwas irritiert schaut er mich an, der Jens, bis er mich erkennt. Wir schnacken kurz über die Freestyle Session am vergangenen Freitag. Wir saßen mit Hisaac Homes hinter den RapGalore Turntables in der Astra Stube und battleten uns aus Spaß, er sagt: „Ich hab ohne Scheiß grade noch dran gedacht und mir n Rhyme auf deine Freundin ausgedacht.“ „Hahaa, echt? Wie ging der?“ Ich krieg das hier jetzt leider nicht mehr ganz zusammen, es war aber so etwas wie: Blablabla du bist n Kackvogel/ du glaubst du kommst gut an, doch meine Freundin findet dich abstoßend/. Irgendwie so. Da er seinen Fisch schon in der Hand hält und seinen Zug bekommen will, verabschieden wir uns kurz und ich hole mir mein Bismarck Baguette. Tabea antwortet:

„Das wär dope.“

Bei Nordsee, einem Kamps Unternehmen, schmecken die Fischmoppeds immer wie aus dem Glas. Die Pseudoaufbackbrötchen gehen klar, aber das Ding kopfüber in die Tüte packen, da fühlt man sich doch schlecht behandelt. Die Gurken sind so naja, die Zwiebeln derbe. Aber das gehört ja dazu. Preis 1,99, nach Bremern mit 1,79 das günstigste Produkt im Sortiment. Die Fischfrikadellen kosteten vor der letzten Verteuerung noch 1,49. Ich schreib Tabea zurück:

„Dope? Tabea, seit wann bedienst du dich so proklamativ des Codes der HipHop Szene? Aussergewöhnlich.“

Unten am Gleis hol ich mir ein Hasseröder und halte einen kurzen Schnack mit dem Kioskmenschen über Pfand, 2 für 3 Angebote und Biermarken.

„Hõöõ? Ich komm aus der Neustadt, jo! Da gibts nen entsprechenden Sprachkurs direkt beim Einwohnermeldeamt gratis dazu! Wegen der Credibility und so Scheiß, kennst ja..“

Die zweite Klasse ist ewig weit hinten. Unverschämt. Ich bin nur am laufen! Das Gleis entlang, die Uhr im Blick und humpelnd. Will meinen Fischmief nicht durch alle Abteile ziehen.

„Fjedn. Hab das Konzept ja in Zusammenarbeit mit dem Bildungssenator entwickelt.“

Steige endlich in den ersten Zweite Klasse Wagen ein. Im Abteil meiner Wahl sitzt neben mir n seltsamer Typ, der n Hotel anruft und den Namen von seinem „Zimmergenossen“ durch gibt, weil der früher da ist. Er heißt Klau oder so. Anfang 50, kariertes Hemd, standardisierter Anstandsbart und wirkt auf mich, wie jemand, der nie wirklich ausgebrochen ist. Die meiste Zeit der Fahrt sitzt er nicht im Abteil. Seinen Mr. Klo Müslijoghurt isst er ohne jedes Anzeichen von Genuss, schaufelt ihn wie toxischen Schleim in seine Gesichtsöffnung hinein. Er widert mich an. Immerhin Beinfreiheit, meine lädierten Knochen ausstrecken.

Frage die Schaffnerin, ob sie vielleicht weiß, ob man im Metronom mit EC-Karte nachlösen kann. „Nicht meine Baustelle, aber da die dieselben Geräte wie wir haben,“ sie zeigt auf den Monstergameboy an ihrer Hüfte, „denke ich nein…“ Die Floskelei des Gesprächs lasse ich grad mal weg. Meine Frage war beantwortet. Selbst im IC kann man „seit 5 Jahren nicht mehr“ mit Karte zahlen. Zuviel Missbrauch, weil nicht sofort kontrolliert werden konnte, ob die Kontos gedeckt waren undsoweiter.

Im Zug geh ich den Text von meinem Sorgenkind noch einmal durch. Gucke auf den Boden, wippe einen Takt mit dem Fuß und durchschaue die Sitze gegenüber und vergesse die Wände. Auflösung… Jaa, er sitzt. Sehr schön. Ich freu mich auf den Soundcheck, der Abend kann kommen.

Ich krempel meine Pulloverärmel um, da die Bündchen erstaunlich dreckiger sind, als angenommen. Neben nem neuen T-Shirt sollte ich mir dringend einen neuen Pullover drucken. Mit NON-AZIS Aufdruck. Oder lieber was Plattdeutsches? (In diesem Falle beides, Anm.d. Red.)

Weil ich mein Rapper-Ich annehmen muss, hören die Beschreibungen jetzt etwas auf, dafür habe ich Fotos für euch gemacht, denen ich noch ein paar erklärende Sätze beifüge.


Die ursprüngliche Garderobe


Catering

Auf der Bühne treffe ich dann Biggie beim Soundcheck. Sie wurde aus dem Taxi gezerrt und gleich auf die Bühne gestoßen, weil ich mich ja erst für später angekündigt hatte.


BIG beim Soundcheck, also nicht sie selbst, sondern ihre 3 Beauftragten


Der Soundcheck des 180 Leute Chors + Orchester, weshalb es kein Catering gab. Wie auch? Bei 180 Leuten Catering auffahren = highly expensive


Die richtige Garderobenbezeichnung


Nach der Vorstellung ein Blick von der Bühne. Nächstmal mach ich ein Bild MIT Publikum


Vorm Moments stehen und sein eigenes Plakat fotografieren

Ich blieb dann noch bis Sonntag und sag noch einmal Danke für die schöne Zeit. Was zwischen Donnerstag und Sonntag passiert ist, wird die nächsten Wochen immer mal wieder in den Blogg einfließen. Overkill Ende. Bis nächsten Montag. In diesem Sinne, Dein Bliggedi


Rückfahrt

Überalbum der Woche: Danger Doom -The Mouse and the Mask

Ps: Gabelstapler ist auf englisch nicht Gable Stapler. Aber Fork Lifter😛 und nächste oder übernächste Woche geht es mit BLOWMsBLOG in die Kunsthalle.

Nachtrag
Kleine Erwähnung von BlowN aka BLOWm im Einleitungstext des Weser Kuriers.

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