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Gerber 07.05.2010 – der Bremer Beef.

Vor zwei Jahren und einem Monat releaste die Gerber Crew ein Album namens Goliath. Es war ein Antwort-Diss auf das Album David von Berger. Die größte Sauerei der Bremer Rap-Szene bis dato.


Albumcover von Berger „David“

Geschichte
Es begann damit, dass XXXX unwissenderweise auf einem Album vertreten war, mit dem sie musikalisch sowie inhaltlich nicht in Verbindung gebracht werden wollte. Das Studio mit dem sie früher mal zu tun hatte, hatte sie nicht gefragt oder ihr Bescheid gesagt, dass ihre Stimme auf dem Album erscheinen würde. Sie wollte nun, dass ihr Beitrag entfernt wurde. Bis es dazu kam, ging einige Zeit ins Land und lang aufgestaute Ressentiments brachen sich Bahn und führten dazu, dass sich die Fronten mehr und mehr verhärteten. Der eine Teil ignorierte den anderen, sodass sich ein Teil dazu entschloss, das Problem in alter Rap-Manier zu lösen und Songs aufnahm, die Kredibilität, ‚Realness‘ und Praktiken der Gegenseite thematisierten. Ziel war es, die Beteiligten aus der Reserve zu locken und ihnen einen Spiegel vorzuhalten.
Anstatt den Beef marketingtechnisch für die eigene VÖ zu nutzen, passierte was zu erwarten war: Nichts. Einige CDs wurden eingestampft oder der Name in den Credits geschwärzt. Aber auf der Rap-Ebene passierte weiter nichts.

In einem Backspin Interview zur Bremer Szene befragt, heißt es von Bergers Seite: „Haha. Da musst du eher mal die Ecke Lloyds fragen! Ich kann und will da gar nicht so viel sagen. Eine kleine Anekdote vielleicht: Als mein Album das erste mal rauskam, also im Mai, da hatten wir einen Deal mit einem Skateshop in Bremen. Die haben das Album gefeiert und ins Schaufenster gestellt. Zwei Tage später haben sie es wieder verschwinden lassen, weil Teile der ,Bremer Szene’ mit Boykott des Ladens gedroht haben. Da sind echt ein paar Vögel aufgeschlagen und haben sich dermaßen erniedrigt – nur für mich. Die werden das natürlich anders sehen.“ [http://backspin-media.de/archive/2350]


Albumcover von Gerber „Goliath“

Jeder der Beteiligten könnte vermutlich noch eine Menge Episoden hier einfügen oder von persönlichen Begegnungen oder Gedanken berichten. Fest steht, dieser Beef war und ist einmalig für die Bremer Szene und zeigt das unterschiedliche Selbstverständnis von Musikern, die zu jedem Preis [?] von ihren Musikproduktionen leben wollen und ein Business daraus machen und denjenigen, die Musik machen, um sich selber und ihre Ideen auszudrücken und sich nicht von Trends oder Meinungen anderer korumpieren lassen, auch wenn es auf Kosten der Mainstreamtauglichkeit geht. Ganz nach dem Motto: „Du hast den Blick auf Mauern, nicht für das Wesentliche. Du entziehst den Kids Power, gib ihnen besser Nebellichter.“

Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein komplettes Album gedisst wurde. Das sowohl im Titel, Cover und von den Songnamen her konkreten Bezug auf ein anderes musikalisches Werk nimmt. Vermutlich auch durch die Beteiligten den authentischsten Blick auf die Bremer Szene 2010 wirft. Wobei anzumerken ist, dass einige der Rapper sich gar nicht als solche verstehen.

Aber nun die Songs in der richtigen Reihenfolge:

Gerber 1 – Osterinsel Diss

Gerber 2 – David Diss

Gerber 3 -Atlantis Diss

Gerber 4 – Atmen Diss

Gerber 5 – Pump Diss

Gerber 6 – Berge Diss

XXXXXXXXXXXXXXXX

Gerber 7 – Letzter Diss

Gerber 8 – ADS Diss

Gerber 9 – S! Diss

Gerber 10 – Dagegen Diss

Gerber 11 – Zweifel Diss

Gerber 12 – Sturmfrei Diss

Gerber 13 – Peter

In diesem Sinne, Bliggedi

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